Fest verwurzelt?

Ist dieses Bäumchen nicht wunderbar? Wir haben es entdeckt im kleinen Städtchen Gommern. Dort, in der Nähe der Wasserburg gab es eine alte Schuhfabrik, die leider abgerissen werden musste. Dieses Haus auf dem Foto war das Wohnhaus des Schuhfabrikanten, ein Ort, der in jedem Fall die Fantasie anregt, es wirkt insgesamt so reich an Geschichten und Ereignissen. Und dort wächst dieses Bäumchen. In einer Dachrinne. Jahr für Jahr trotzt es allen Widrigkeiten und klammert sich fest. Das erinnerte mich an einen Vers aus der Bibel:

Paulus schreibt in einem Brief an die Menschen in Kolossäa: „Wie ihr nun den Messias Jeshua angenommen habt, so lebt auch mit ihm und seid ihm gehorsam. Senkt eure Wurzeln tief in seinen Boden und schöpft aus ihm, dann werdet ihr im Glauben wachsen und in der Wahrheit, in der ihr unterwiesen wurdet, standhaft werden. Und dann wird euer Leben überfließen von Dankbarkeit für alles, was er für euch getan hat.“ Kolosser 2, 6 – 7

Was uns in der Bibel immer wieder ans Herz gelegt wird, ist ein Fundament, eine Wurzel. Wie du auf dem Bild vielleicht erkennen kannst, handelt es sich bei dem kleinen, tapferen Bäumchen um eine Kiefer. Kiefern sind wahre Überlebenskünstler, sie passen ihre Wurzel ihrer Umgebung an: ist ein lehmiger, schwerer Boden vorhanden, bilden sie eine Herzwurzel, ist der Boden leicht, flachgründig und steinig, bildet die Kiefer ein weit verzweigtes Wurzelwerk. Ist der Boden locker und tiefgründig, bohrt die Kiefer eine Pfahlwurzel tief in den Grund um Halt und Nährstoffe zu finden.

Es geht also um Stabilität und um die nötige Versorgung des Baumes. Die Bibel ermahnt uns immer wieder, dass wir darauf auch in unserem Glaubensleben achten müssen. Denken wir an Jeshuas bildhaften Vergleich: mit dem Haus, was auf Sand gebaut ist und dem, was fest gegründet ist in einem sicheren Fundament. Jeshua mahnt an, das beide Häuser sicherlich ganz hübsch aussehen können, aber wenn Stürme kommen, hat ein Haus wenig Chancen das zu überstehen, das, was auf Sand gebaut ist. Fundament und Wurzel sind in der Bibel also ein und dasselbe Bild. Es geht darum festen Grund zu haben. Was aber ist der feste Grund?

Im Epheserbrief schreibt Paulus: „Wir sind sein (Gottes) Haus, das auf dem Fundament der Apostel und Propheten erbaut ist mit Jeshua, dem Messias als Eckstein.“ Epheser 2, 20

Jetzt wird es spannend. Wir haben unser Verständnis von vielen Begriffen und daraus formt sich unser Bild. Aber – leider – passt unser Bild oft gar nicht mit der Bibel zusammen und unser Verständnis eines Begriffes entspricht nicht dem der Menschen im 1. Jahrhundert. Und so leicht entsteht eine falsche Sicht. Apostel, das sind für uns die 12 Jünger, ganz klar. Ist das aber für die Bibel so?

Jesus selbst sagt, dass der Vater Apostel und Propheten sendet, beide aber abgelehnt werden. Das können nicht unbedingt diese 12 Apostel gewesen sein. Im neuen Testament finden wir, wenn es um das „Aussenden“ geht, zwei Begriffe: apostello und pempo. Es gibt nun Diskussionen darüber, ob es zwischen beiden einen wesentlichen Unterschied gibt in der Bedeutung. Einige Ausleger hätten es gern gesehen, wenn man apostello für das Aussenden von Gott heranziehen könnte und pempo eben für die Aussendung von Menschen. Vor allem Lukas, aber auch Johannes zeigen aber diesen Unterschied nicht und scheinen diese Worte fast synonym zu verwenden. Ja, für die Aussendung des Geistes wird sogar immer „pempo“ und nicht „apostello“ verwendet. Ein Apostel ist also ein Gesandter. Ein Gesandter, der den Sender und seine Anliegen vertritt und legitimiert ist. In Hebräer 3,2 wird Jeshua selbst als Apostel bezeichnet. Er ist eben der Gesandte Gottes. Auch Frauen finden wir unter Aposteln: in Römer 16,7 lesen wir von Junia, die zu den Aposteln, den Gesandten gezählt wird. In diesem Sinne können wir selbst Apostel sein, denn auch wir sind ja Gesandte.

Wir sollen also auf dem Fundament der Propheten und Gesandten bauen. Im Judentum ist bei einem Gesandten wichtig, dass wir die Legitimität prüfen. Des Gesandten und der Botschaft. Im griechisch – römischen Kontext war der Gesandte Repräsentant des Senders zum Beispiel, indem er sich ausweisen konnte. Paulus ruft uns auf alles zu prüfen, er tendiert also zum jüdischen Verfahren. Und woran prüfen wir? Natürlich anhand der Torah, der Bibel. Das sagt Gott ganz klar in 5. Mose 17. Wir sollen nicht glauben, wenn jemand kommt und uns etwas anderes sagt, als Gott!! Unsere Wurzel geht tiefer und unser Fundament wird fester, indem wir Gottes Wort kennen.

Ich möchte dir ein aktuelles Beispiel nennen, was im Internet derzeit für Erschütterung sorgt. Ein junger Mann, relativ neu im Glauben hat viele falsche Botschaften über seine youtube Videos verbreitet und Menschen massiv geschädigt. Er hat sich selbst als radikaler Christ oder auch als messianisch gläubig bezeichnet. Wenn man Gottes Wort kennt, hat man aber schnell bemerkt, dass diese Lehre direkt von Satan aus der Hölle kam. Oh, er redete viel von der Bibel, aber das tut Satan auch! Wir werden untergehen, wenn wir denken, dass Satan die Bibel nicht kennt. Er kennt sie besser als wir! Und das ist ein Problem. Wir können nur prüfen und fest stehen, wenn wir absolut sicher sind, was Gott gesagt hat.

Es werden viele Apostel kommen, ja, Jeshua sagt sogar: „Messiasse“, aber sie werden falsch sein! Wir brauchen den festen Grund! Den Grund der Apostel und Propheten. Nun ist es das nächste Problem, dass wir den Grund der Propheten teilweise ablehnen. Die Propheten sagen ganz klar, dass Jeshua, wenn er wiederkommt ein Reich aufbauen wird, gemäß der Torah, wo Gottes Feste gefeiert werden. Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen, aber findest du nicht auch, dass unser Haus schon jetzt ganz schön schief hängt? Was wissen wir über das, was Hesekiel schreibt über das neue Reich? Wo Jeshua doch selbst sagt, dass er nicht gekommen ist, um Gesetz und Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen. Michas Prophetie über den Messias aus Bethlehem ist eindeutig erfüllt, was lässt uns denken, dass sich Hesekiel nicht genauso erfüllen wird und Jeremia und Jesaja und Sacharja?

Schau dir dieses kleine Bäumchen noch einmal an. Ist dir nun klar, dass unsere Wurzeln Kraft brauchen, dass wir Zeit und Energie investieren müssen um uns wirklich an dem festzuklammern, was hält?

Bevor Jeshua seinen Vergleich von den beiden Häusern erzählt, legt er die Torah aus, wie jeder Rabbiner seiner Zeit es gemacht hat.

Und dann erwähnt er ein entscheidendes Kriterium: „Nicht alle Menschen, die sich fromm gebärden, glauben an Gott. Auch wenn sie zu mir „Herr“ sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie ins Himmelreich kommen. Entscheidend ist, ob sie meinem Vater im Himmel gehorchen….Ich werde ihnen antworten: Ich habe euch nie gekannt. Fort mit euch. Ihr LEBT NICHT NACH GOTTES GESETZ.“ Matthäus 7,21 – 23

Und danach verwendet er dieses Bild eines stabilen und eines unstabilen Hauses. Ich möchte ein stabiles Huas haben in allen Stürmen, die kommen und ich wünsche mir stabile Häuser und Lebensfundamente für die Menschen um mich herum. Darum kann ich nur dafür werben, dass man auf Gott und seinen gesandten Jeshua hört, wenn man ein solch krisen- und gerichtssicheres Haus bauen möchte. Und dazu gehört ganz klar, so sagt es Jeshua selbst, dass man nach Gottes Gesetz lebt. Und dazu brauchen wir Gottes Geist, seine Kraft.

Paulus schreibt: „Ich bete, dass er (Gott) euch aus seinem großen Reichtum die Kraft gibt, durch seinen Geist innerlich stark zu werden. Und ich bete, dass der Messias durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt und ihr in der Liebe Gottes fest verwurzelt und gegründet seid.“ Epheser 3. 16 – 17

Wie schön und zugleich, wie spannend. Wir lernen, dass all das ein Prozess ist. Wie bei diesem Bäumchen. Zuerst hat es nicht einmal über die Dachrinne geguckt – es war ganz klein. So ist es auch bei unserem Glauben. Wir wachsen, wir reifen und Gott begleitet durch seinen Geist diesen Prozess sehr liebevoll, geduldig und stellt uns alle Hilfsmittel zur Verfügung, die wir dazu brauchen. Das ist dieser Reichtum, von dem Paulus spricht. Das ist sein Wort, Erkenntnis, Weisheit, Gebet, Schutz, sein Geist und seine Liebe. Die Liebe Gottes zu uns. Darin sollen wir fest gegründet sein. Und die lernen wir kennen, wenn wir viel und oft seinen Liebesbrief an uns studieren – die Bibel. So werden unsere Wurzeln stark und tief.

Sei gesegnet in diesem Prozess des Wachsens. Ich wünsche Dir Geduld und Menschen um dich herum, die dir diese Liebe Gottes zeigen können.

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