Der unverstandene Osten?

Wow, was war gestern los in der politischen Social-Media-Welt? Ein neuer Landrat und schon legen einige Menschen einen linguistischen Amoklauf hin. Was wird nun auf den Osten eingeschlagen, wo vermeintlich die ganzen Rechten und Nazis leben?

Ich bin in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen und habe mich eigentlich gefreut, dass die Zeiten von „dummer Ossi“ und „Besserwessi“ vorbei sind und schon unsere Kinder eigentlich nur noch ein Deutschland kennen.

Aber natürlich gibt es Unterschiede. Man kann diese Jahrzehnte, in denen ganz unterschiedliche Prägungen abliefen eben nicht einfach wegwischen, so gerne man das auch möchte. Unterschiede sind störend und gegensätzliche Meinungen manchmal nur schwer auszuhalten. Gestern las ich unter einem Video einen Kommentar, in dem Jemand das Geheimnis seiner langen Ehe bekanntgab. Er schrieb, dass immer dann er entscheidet, wenn sie als Paar gleicher Meinung sind. Seien sie unterschiedlicher Meinung, so entscheide seine Frau und so leben sie in vollkommener Harmonie.

Das kann man augenzwinkernd lesen und weiß, wieviel Diskussion, reden, schmollen, versöhnen nötig ist, um in einer Ehe beide Meinungen zu sehen und zu berücksichtigen. Besonders, wenn beide Partner sehr unterschiedlich ticken. Aber ist es nicht auch eine enorme Bereicherung? Mein Mann kann viel besser rechnen und logischer denken als ich, er kann unsere 3 Söhne besser verstehen als ich. Um wie viel würde ich mich bringen, wenn ich ihn mundtot machen würde? Umgekehrt habe ich das bessere Bauchgefühl und habe ihn vor windigen Geschäften und anderen Dingen warnen können.

Vielleicht ist es hier auch so und der Osten warnt wie eine treue Ehefrau vor Gefahren, die der Westen gar nicht sehen kann?

Mir scheint fast, als ob es so ist, zumindest wenn ich mir meine eigene politische Biografie betrachte. Unsere Eltern und Großeltern hier im Osten sind von einer Diktatur in die nächste gestolpert. Sie fanden sich nach dem zweiten Weltkrieg erneut in einem sehr unfreien politischen System wieder, auch wenn das nicht Jeder so empfand. Heute steht das völlig außer Frage für die Meisten und auch Wikipedia schreibt klar: „Das politische System in der DDR war eine Diktatur ohne eine tatsächliche Gewaltenteilung.“

Das hätte damals bei weitem nicht Jeder unterschrieben! Unser Land hieß schließlich Deutsche Demokratische Republik. Demokratisch bedeutet laut Wörterbuch, dass letztlich das Volk regiert. Das gab es natürlich in Wirklichkeit nicht. Unsere Wahlen hatten nahezu 100 % Wahlbeteiligung und gingen auch immer ganz klar aus. Und wir wussten, dass das alles fake ist.

Wir schauten die Propagandanachrichten kaum, weil wir wussten und ahnten, was wirklich los ist.

Ich erinnere mich sehr gut an mein Einschulungsgespräch. Wahrscheinlich wird das den wenigsten Kindern im Gedächtnis sein.

Es ging schnell darum, dass ich der damaligen Kinderorganisation des sozialistischen Staates, den „Pionieren“ nicht beitreten würde und so machte der Direktor sofort meinen Eltern klar, dass mein Schulweg spätestens nach 10 Jahren beendet sein würde. Soviel zu DDR und Freiheit. Ich durfte nicht mit zu Klassenfahrten und musste während dieser Zeit eine andere Klasse aufsuchen. Die Lehrerin dieser Klasse schikanierte kleine Systemabweichler gern und ich hatte jeden Tag einen anderen Eintrag im Hausaufgabenheft. Jeden einzelnen Tag. Lächerliche Einträge. Mein Pullover wäre zu dünn. Ich sei nicht witterungsgemäß gekleidet. Mein Schriftbild entspricht nicht den Anforderungen etc.

Später erfuhr ich, dass es Leidensgenossen, die mit zu Klassenfahrten durften, keineswegs besser hatten. Im Gegenteil. Sie durchlebten im Grundschulalter schon einige Foltermethoden. Sie wurden nachts geweckt und mussten den Lehrern Rede und Antwort stehen, was sie denn beten würden. Sie bekamen nichts zu trinken und mussten heimlich aus den Wasserhähnen der Waschräume trinken.

Das Haus in dem wir lebten, grenzte an ein leerstehendes, baufälliges Nachbarhaus. Jeden Morgen, wenn wir zur Schule gingen, begegneten uns Männer mit Aktentaschen, die dieses Haus betraten. In den Aktentaschen waren im Winter Kohlen, ganzjährig aber Skatkarten, um ihre Abhörarbeit, die sie als Mitarbeiter der Staatssicherheit leisteten erträglicher zu machen. Sie hörten das an das leerstehende Haus grenzende Arbeitszimmer meines Vater ab, bis wir das Zimmer als Kinderzimmer bekamen und sie Skat spielen hörten. Wir lebten oft in Angst, dass mein Vater abgeholt würde zum Verhör oder gar eingesperrt würde. Es waren dunkle Zeiten voller Unsicherheit.

Zeitgleich mussten wir monatlich Wandzeitungen für unsere Klassenräume anfertigen und Loblieder auf unseren Staat prägten den Schulalltag. Ebenso aber auch Hetzkampagnen auf den Westen und die Amerikaner. Wer mit einer Plastiktüte in der Schule erschien oder einer Jeans musste zum Direktor und durfte anschließend den Heimweg antreten.

In der Pause unter den Schülern widerrum wurde getuschelt, wer Westfernsehen empfangen konnte und die neueste Folge „Denver Clan“ gesehen hatte.

Die Kirche, in die wir gingen, war die Michaeliskirche in Zeitz. Nur wenige Jahre zuvor hatte sich genau dort an dieser Kirche ein Kollege meines Vaters selbst mit Benzin übergossen und angezündet. Ein Widerstandskämpfer, er kämpfte auch für Kinder wie mich. Auf dem Transparent, was er aufstellte, bevor er Selbstmord beging, stand:

„….Funkspruch an alle….Wir klagen den Kommunismus an wegen: Unterdrückung in Schulen an Kindern und Jugendlichen.“

Oskar Brüsewitz, der mutige Pfarrer, schrieb auch einen Abschiedsbrief, indem er von einem mächtigen Krieg zwischen Licht und Finsternis und zwischen Wahrheit und Lüge sprach. Er hatte schon länger versucht auf Missstände hinzuweisen und wurde überall mundtot gemacht.

Im Nachhinein wundert es mich, dass nicht mehr Leute durch diese ständige Schizophrenie, die uns der Staat auferlegte und die Paranoia in die man unweigerlich durch das unablässige Bespitzeltwerden geriet, zusammenbrachen.

Aber ich möchte noch einmal betonen, dass das ja längst nicht für die ganze Bevölkerung galt. Es gab Leute, wie meine Lehrerin mit ihrem hyperaktiven Rotstift, für die die Welt völlig in Ordnung war. Die Staatsorgane mussten eben für Ordnung sorgen und Abweichler mussten in Reihe gebracht und abgestraft werden. Die sahen auch das Politfernsehen gern und voller Zustimmung. Natürlich wurden diese Bürger immer weniger, sonst hätten wir die Bilder der Montagsdemos nicht gehabt, die vielen Zehntausenden, die dann auf die Straße gingen. Aber bis es soweit war, dauerte es etwas.

Nicht jeder hat schnell diese ganze Lüge durchschaut. Für einige brach wirklich auch 1989 noch eine Welt zusammen, die haben dem Staat geglaubt!

Aber wer hatte letztlich das System viel eher durchschaut? Die Abweichler, die nicht in Reihe marschiert sind.

Kollektiv sind wir, die wir aus dieser Diktatur kommen, also auf Vorsicht gegenüber den Medien und gegenüber von Propaganda geeicht.

Und es gibt nicht wenige, die das auch hier wieder sehen und das können nur die Bürger der ehemaligen DDR sein. Weil ihre Geschichte sie gelehrt hat, dass etwas nicht stimmt, wenn auf Schwarz – weiß Narrativen rumgedroschen wird.

Die Parallelen sind für mich wirklich leicht zu sehen. Der medizinische Bullshit, den wir zu hören bekamen, die Abweichler, die unmöglich gemacht wurden. Auch die Stasi unterstellte Oskar Brüsewitz, von psychischer Störung bis beeinflusst durch irgendwelche Kräfte, alles Mögliche. Interessant finde ich auch, dass mir in letzter Zeit immer mehr DDR – Witze einfallen, die wir über unseren Alltag so gemacht haben.

In diesem Zusammenhang zum Beispiel fällt mir der Witz ein, in dem die Polizei und die Staatssicherheit einen Wettbewerb machen, wer zuerst einen Fuchs fängt. Sie verabreden sich an einem bestimmten Waldstück und losen aus, wer es zuerst versucht. Die Polizei zieht zuerst los, kommt nach einer halben Stunde mit einem Fuchs wieder. Die Stasi ist nun also dran, geht los und kommt nicht wieder. Die Polizei wartet eine Stunde, sie wartet zwei Stunden….Als es langsam dunkel wird, geht die Polizei los um die Stasi zu suchen. Sie finden sie schließlich im Kreis stehend und wundern sich. Als sie näher kommen sehen sie, dass mitten im Kreis ein Eichhörnchen hockt und die Staatssicherheit ringsum immer wieder sagt: „Gib zu, dass du ein Fuchs bist! “

Dieses eindringliche wiederholen und förmliche Einreden von Sachverhalten ob nun Einzelpersonen oder dem Kollektiv der Bürger, das kennen wir und das lässt bei uns alle Alarmglocken schrillen.

Die, die mitmachten, hatten kein Problem. Die, die nicht mitmachten, wurden beschimpft und in irgendwelche politischen Ecken geschoben.

Auch heute wollen viele Menschen keine Nachrichten mehr sehen. Weil jeder weiß, dass die alle längst auf Reihe geschaltet sind, so wie damals. Links – grün regiert das Land und die einzige Opposition, die sich den Menschen bietet, ist doch die AfD. Es kommt doch weder von CDU noch von FDP irgendwelcher Widerspruch. Höchstens manchmal von Sarah Wagenknecht.

Und da die Ossis alle pragmatisch denkende Menschen sind, wählen sie das einzig verfügbare, was wieder ein Gleichgewicht verheißt. Wenn das Boot droht, nach links zu kentern, dann lehnt man sich nach rechts. Das ist doch eine normale Überlebensstrategie, die Sonneberg da zeigt, und die auch andere Landkreise sicher übernehmen werden. Aber nicht, weil sie rechts sind, sondern weil sie sehen, dass die Regierung, die wir jetzt haben, unser Boot gewaltig in Schieflage bringt und das Wasser schon teilweise überschwappt.

Ist es nicht gerade Demokratie, die uns diese Möglichkeit gibt? Warum wird dann soviel von antidemokratischen Kräften hier gesprochen? Die sehe ich ehrlich gesagt ganz woanders:

Axel Steier twitterte am 25.Juni:

„Hätte es genug Zuzug aus dem Ausland gegeben (z.B. indem man die Visa – Pflicht für Afghan*innen und andere Verfolgte abschafft),und hätte man diesen Menschen sofort das Wahlrecht eingeräumt, wäre #Sonneberg heute kein Thema. deshalb: Grenzen auf!“

Wie wir bereits sahen, bedeutet Demokratie doch aber: das Volk wählt und nicht: die Regierenden wählen sich ein Volk. Berthold Brecht schrieb schon damals:

„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verschenkt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes? “ Damals war das undenkbare Satire. Das sollte zum Nachdenken anregen und wieder den Fokus wie es doch eigentlich gedacht ist erzeugen. Scheinbar scheint das aber nun für einige eine echte Option zu sein.

Dieser Irrsinn scheint aber nur oder zumindest vorwiegend den Ostdeutschen aufzufallen.

Es gibt tatsächlich in der Bibel eine Geschichte, die gut zu unserer Zeit passt. Es stand ein Regierungswechsel an und das Volk bat um eine Kurskorrektur. Der neue Herrscher ließ sich beraten von jungen und alten Ratgebern und die Jungen rieten ihm den eingeschlagenen Kurs noch härter zu verfolgen. Er verliert das Volk, es endet in einer Katastrophe, weil er auf die jungen Berater hört.

Das sehe ich hier auch kommen. Robert Habeck verkündet, dass er weiß, dass er die Mehrheit der Leute verliert und jetzt trotzdem mit voller Kraft den Weg weitergehen will. Das ist Irrsinn.

Die alten Berater sagten:

„Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden. Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht, schaffte nur ein zusätzliches, dickes Problem.“ Helmut Schmidt Alt-Bundeskanzler, NICHT rechts oder Nazi.

Auch Helmut Kohl wollte die in Deutschland lebende Ausländerzahl halbieren. Er war ebenfalls nicht rechtsradikal. Jetzt ist man schon mit diesem Stempel versehen, wenn man Straftäter konsequent abgeschoben wissen möchte.

Ich mache mir gern selbst ein Bild. Auch wahrscheinlich eine Altlast meiner DDR Vergangenheit.

Als meine großen Kinder noch zur Schule gingen, sollte jede Woche ein Schüler im Sozialkundeunterricht freitags einen Wochenrückblick halten.

Ich weiß es noch genau: mein Sohn hatte die Woche mit den Themen: Charlie Hebdo-Attentat, die Neujahrsansprache der Kanzlerin und PEGIDA. Wir haben uns also informiert und kamen zum Ergebnis: PEGIDA ist gar nicht rechts. Wir waren einigermaßen verwundert, erzählte uns doch der Nachrichtensprecher etwas anderes. Mein Sohn sah mich an und sagte: das kann ich nicht in der Schule sagen (damals schon ein No-Go). Ich gab ihm den Rat: drucke die Prinzipien von PEGIDA aus und lass jeden Schüler seine Meinung selber bilden. Das tat er. Die Lehrerin nahm verwundert – zum ersten Mal vermutlich – die Prinzipien, die hinter PEGIDA standen, in die Hand und war genauso verwirrt wie wir. Sie schaffte die Kurve zur vorherrschenden Meinung, indem sie den Schülern sagte, dass das rechte Gedankengut dann wahrscheinlich auf den Demos verbreitet wird.

Mein Mann und ich beschlossen uns also so eine PEGIDA-Veranstaltung einmal anzusehen. Da gab es absolut nichts Rechtes, da waren normale bürgerliche Menschen – so wie wir beide.

Ich höre nicht blind auf das, was mir erzählt wird. So haben wir noch mehr Dinge selbst ausprobiert. Wir haben uns auch selbst um Flüchtlinge gekümmert. Jeder Art. Und da gibt es eben die Wirtschaftsflüchtlinge, die uns erzählt haben, wie sie ihren Pass haben verschwinden lassen, um dann zu behaupten, sie hätten ihn auf ihrer anstrengenden Flucht verloren haben – obwohl sie in Wahrheit mit dem Flugzeug eingereist waren. Auch unsere Ukrainer leben nicht mehr in der Wohnung, die wir ihnen damals mit Hilfe des Landkreises besorgt und eingerichtet hatten. Die war unter ihrem Niveau.

Es gibt auch Menschen, die wirklich bedroht sind und unsere Hilfe brauchen. Es gibt tatsächlich 15-jährige Mädchen, die alleine vor Krieg und Terror hierher geflüchtet sind. Die brauchen unsere Kraft, unseren Schutz und Sicherheit.

Es ist doch nur vernünftig, da einmal genauer hinzuschauen. Wir können doch nur Schutzräume bieten, wenn wir selber sicher leben. Diese Sicherheit wird im Moment überall gefährdet. Da ist keine Sicherheit in der Energiepolitik, in der Gesundheitspolitik schon gar nicht und was die Bildung angeht, da geht es doch schon längst drunter und drüber. Die Lehrer geben sich meist alle Mühe. Aber wie gut kann ein Unterricht gestaltet werden, wenn eine Klasse teilweise zu 30 Prozent aus ukrainischen Kindern besteht, die kein Wort deutsch verstehen und es auch zum größten Teil nicht lernen wollen?

Sieht da vielleicht auch der Osten eher, dass manche Dinge nicht zu leisten sind? Aus der Erfahrung heraus, dass irgendwann die Stimmung kippt?

Ich möchte dafür werben, die gegenseitige Geschichte als Bereicherung zu sehen und nicht auf Bürger mit einer Nazikeule einzudreschen, die gar keine verdienen. Sondern, die vielleicht einfach einen anderen Blickwinkel haben, unter Umständen leichter Dinge erkennen können, die anderen noch verborgen sind.

Den anderen möchte ich zu Geduld und Ruhe raten.

Wir schaffen nicht alles, aber wir schaffen es, zusammenzustehen, wenn wir uns nicht wieder aufspalten lassen!

4 Kommentare zu „Der unverstandene Osten?

  1. Da steckt viel Wahres drin. Ich habe im Westen die Zeiten erlebt als nach dem Krieg die ersten Vertriebenen im Westen ankamen und dann natürlich auch die „Ostzonen Flüchtlinge“. In der DDR war ich ein paar Mal als Sportler ohne jegliches politisches Interesse (und meist auch chancenlos gegen die schnelleren Mitbewerber..). Für West Besucher gab es damals nicht viel „auffälliges.“ Die Berichterstattung im West TV war, bescheiden ausgedrückt, stets tendenziös und jeder „Republikflüchtling“ wurde von Westseite bevorzugt behandelt. Meine Eltern bekamen erst 24 Jahre nach Kriegsende endlich eine ordentliche Wohnung – die „Flüchtlinge“ hatten schon 10 Jahre früher eine.. Das war auch nicht immer im Sinne der Alteingesessenen. Dennoch funktionierte das Zusammenleben – vielleicht sogar besser als heute.
    Inzwischen wohne ich in einem neuen Bundesland und hatte entgegen der Meinung vieler, die vielleicht noch nie selbst im Osten waren, nicht eine einzige negativen Begegnung in meinem neuen Umfeld. Vorurteile kommen eben nicht unbedingt aus Erfahrung. Wenn allerdings eine neue Führungsschicht unser (gemeinsames) Land mit Zuwanderern überfüllen will, da kann man sich doch seine Gedanken machen. Ob das alles wohl wirklich so uneigennützig ist, wenn selbsternannte Helfer (teils mit kirchlicher Unterstützung/ „Reederei“ Beteiligung) „in Sachen Flüchtling“ unterwegs sind. Gerade in meinem neuen Wohngebiet kamen nach Kriegsende Flüchtlinge an, die hatten nichts außer dem, was sie auf dem Leibe trugen und wurden in Erdhöhlen und Holzbaracken unterbracht. Das will mit Sicherheit niemand. Aber Wirtschaftsflüchtlinge und Luxus Emigranten brauchen wir eigentlich auch nicht. Ich kann da den Werktätigen im Niedriglohnsektor verstehen, wenn der über die sozialen Willkommens Geschenke unserer Regierung grübelt. Vor allen Dingen, wenn er trotz Arbeit weniger hat, als ein junger Zuwanderer, der sich einen Lenz macht. Das gleiche gilt für Rentner, die nach 45 Jahren mit rd. 1.000 Euro auskommen müssen. Mich berührt das nicht mehr so richtig, aber die jungen Leute sollten doch außer Klima und Strassenkleben eher ´mal nachdenken, wer die Zeche zahlt. Regierungsmitglieder, die sich beleidigt fühlen, wenn die Nationalhymne gespielt wird, werden schon für´s Alter vorgesorgt haben. Ein ehemaliger Bundeskanzler hat´s vorgemacht. Last not least: Ich bin bekennender Nichtwähler..

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  2. Herzliche Grüße aus Hameln,

    ich habe die Rede von Frau Weidel gehört und dachte bei mir, dass Sie zwar die Sachlage erkannt hat, was nicht schwer ist, sie als Opposition beackert und kritisiert und sogleich auf eine perfide Art und Weise auf Stimmenfang geht! Das tragische daran ist, sie muss sich nicht auf ein Podest an irgendeine dunkle Straßenecke stellen, sondern ihr wird eine Plattform, direkt aus dem deutschen Bundestag zur Verfügung gestellt. So nimmt man Menschen ein, nimmt ihre Emotionen und Gedanken und Empfindungen ein, pflanzt Unmut und Hass! Noch tragischer ist, dass die AfD sich, wie viele Ideologien zuvor nicht für die Menschen, nicht für Deutschland, nicht für eine demokratische Ordnung interessiert! Sie wollen die Macht und sind mit dem ersten Landrat in Thüringen auf dem besten Weg! Menschen aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, die gedanklich, emotional und mental irgendwo zwischen 1989 und 1990 stehen geblieben sind! Armes Thüringen! Eine Schande für Deutschland, eine Schande für alle die sich Zeit ihres Lebens gegen Diktaturen eingesetzt haben und sogar mit ihrem Leben dafür bezahlen mussten!

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    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich finde es sehr spannend andere Sichtweisen zu lesen und möchte gerne verstehen und dazulernen. Mich würde interessieren, ob Sie bei den anderen Parteien, bei der Regierung ein Interesse an den Menschen verspüren und woran Sie das festmachen.
      In Ihrem Kommentar beziehen Sie sich auf eine Rede von Frau Weidel. Welche genau meinen Sie? Ich habe ja gar keine erwähnt. Was verstehen Sie unter Demokratie und „demokratischer Ordnung“?

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