
Wir leben in einer Zeit, in der wir von guten Ratschlägen und Informationen geradezu überschwemmt werden. Und oft stehen wir dann da und wissen nicht, was uns wirklich hilft. Alles ausprobieren können wir auch nicht. Wie gehen wir vor? Wir sind verwirrt von vielen widersprüchlichen Informationen über Politik, Medizin und Sport und Kindererziehung und was nicht alles auf uns einprasselt.
Wir müssen einen Weg finden um in dem ganzen Dschungel der Informationen Entscheidungen zu treffen. Je nachdem welche Entscheidung wir zu treffen haben, können unterschiedliche Vorgehensweisen nützlich sein.
- Teste und schaffe Fakten
Die Methode eignet sich bei messbaren Ergebnissen. Wenn ich als Kosmetikerin eine Kundin berate, dann weiß ich, dass ich ihr Produkte empfehlen kann und ihre Haut in der Behandlung pflegen kann, aber wenn sie einen krassen Mangel an bestimmten Stoffen hat, dann wird das nur kurzfristig helfen und das Ergebnis wird weder sie noch mich wirklich befriedigen. Ich kann ihr zum Beispiel jeden Menge Antioxidantien auf die Haut schmieren und massieren und einarbeiten, wenn ihr ganzer Körper solche Stoffe schmerzlich vermisst, wird der Verjüngungseffekt nicht eintreten.
Letztlich sprach ich eine Kundin an und fragte sie nach Nahrungsergänzungsmitteln, die sie nimmt. Sie sagte mir, dass sie da so verwirrt sei, dass sie lieber gar nichts nimmt.
Nichts tun, um nichts falsch zu machen – eine verbreitete Methode. Ich riet ihr bestimmte Stoffe einfach testen zu lassen. Viele Tests kann man in der Apotheke durchführen und dann weiß man, was man zuführen muss.
Diese Methode funktioniert bei allen Entscheidungen, wo uns messbare Ergebnisse helfen, anhand denen wir optimieren können oder Fehler beheben können.
2. Erfahrungen anderer nutzen
Wir können nicht alles selber testen und nicht alle Fehler selber machen. Wir können uns aber immer umhören, Erfahrungen anderer sammeln. Es ist erwiesen, dass Menschen, die über das reden, was sie beschäftigen viel schneller zu einem Ergebnis kommen, als Menschen, die sich allein damit rumquälen. Wir haben doch meist ähnliche Probleme und jeder von uns sammelt Erfahrungen. So finden wir schneller bestimmte Dienstleister, Ärzte oder Hilfen, die anderen weitergeholfen haben. Rede über das, was dich beschäftigt und du wirst erfahren, dass du nicht allein bist und dir wird viel schneller geholfen.
3. Vielfalt ist Ergänzung
Wir haben nicht die Zeit uns mit allen Themen zu beschäftigen. Jeder von uns hat meist sein Spezialgebiet. Der eine brennt für Politik, der andere brennt für Autos, der nächste sammelt Wissen über Pflanzenheilkunde. Diese Vielfalt hilft uns. Der Algorithmus bei you tube etc ist so programmiert uns immer in unserer Blase zu lassen und uns nur mit dem zu beliefern, was zu unserem Thema gehört. Dann werden wir irgendwann ziemlich einseitig. Ein Kreis von Freunden, der möglichst vielseitig ist und uns ergänzt, das ist wunderbar. Überall begegnen uns Menschen und jeder hat ein anderes Thema. Bleibe neugierig. Versuche herauszufinden, was das Thema der Menschen um dich herum ist. Du wirst sehen, wie interessant es wird.
4. Höre auf Menschen, die wirklich in deinem Team spielen
Es gibt ja dieses Sprichwort, dass wir nur von Menschen Rat annehmen sollen, die wir auch freiwillig um Rat gebeten hätten. Meist sind ja Menschen mit Ratschlägen bei der Hand, die uns persönlich gar nicht als wohlwollend, als positiv und als nachahmenswert erscheinen. Es ist unbedingt wichtig, dass Menschen uns beraten, wo wir spüren: die sind für mich. Es gibt in der Bibel eine tolle Geschichte. Mose ist mit seinem riesigen Volk ehemaliger Sklaven, die chronisch unter Hunger, Durst und Rivalitäten leiden unterwegs in der Wüste. Sein Schwiegervater kommt ihn besuchen und gibt ihm ziemlich gute Ratschläge, die auch für uns heute sogar noch echt hilfreich sind und sein können. Aber vorher zeigt er Mose: ich gehöre zu dir, zu deinem Team und zu deinem Volk. Ich finde das alles so toll, was geschehen ist und ich möchte Teil eurer Geschichte sein. Das ist die Haltung, die dein Ratgeber, dein Coach haben sollte. Ich sehe Großes in dir, ich bin in deinem Team, ich unterstütze dich! Andere Ratschläge sind meist völlig wertlos. Ich habe Ratschläge vermittelt bekommen in der Haltung: du bist so ein Looser, sieh zu, dass du wenigstens das und das tust…..oder letztens schrieb mir ein naher Verwandter, den ich aber lange Zeit nicht gesehen habe, dass er gehört hätte, dass meine Kinder völlig verkorkst seien, also bei einem würde wohl noch Hoffnung bestehen….
Auf solche Menschen, die dir in einer solchen Haltung begegnen, brauchst du nicht zu hören! Sie gehören nicht zu deinem Team, sie begleiten nicht dein Training. Kein Sportler würde solche Bemerkungen Einfluß auf sein Spiel nehmen lassen.
5. Manche Entscheidungen sind nicht lebenswichtig
Es fällt den Menschen heute immer schwerer Entscheidungen zu treffen und manche sind regelrecht gelähmt von den Schwierigkeiten sich zu entscheiden. Aber nicht jede Entscheidung ist eine von großer Tragweite. Nicht jede Entscheidung hat große Auswirkungen. Sieh es nicht alles als ernst oder unglaublich wichtig an. Frage dich, ob die Entscheidung in einem Jahr noch wichtig sein wird. Ist sie das nicht, dann sieh es locker.
6. Dein Bauchgefühl
Gott hat uns unglaublich hilfreich ausgestattet. Wir haben ein Bauchgefühl, was uns warnt und was uns Signale sendet. Aber wir haben es verlernt darauf zu hören.
Als Regel sage ich immer, dass das Bauchgefühl da ist und es diskutiert nicht. Der Kopf diskutiert und argumentiert mit uns. Das Bauchgefühl ist einfach präsent und zeigt uns, was wir wirklich wollen. Dann kommt der Kopf und argumentiert, dass das aber so doch nicht geht und das wäre doch besser usw. Lerne wieder mehr auf deine innere Weisheit zu hören. Du wirst viel zufriedener werden und glücklicher. Höre dir selbst zu. Höre das, was du von anderen übernommen hast, höre die vielen kritischen Stimmen, die gar nicht deine eigenen sind. Schalte sie aus, sie gehören nicht zu dir!
7. Genieße die unperfekte Reise deines Lebens und habe keine Angst vor Fehlern
Wir leben alle zum ersten Mal und machen alle Fehler. Unsere Welt ist lange nicht perfekt, warum sollten wir es sein? Warum sollte unser Partner es sein? Warum sollten unsere Kinder es sein? Warum sollte unsere Kollegin es sein? Manchmal fehlt uns eine ganz wichtige Zutat: Humor. Haben wir noch Spaß? Spaß auf der Arbeit? Spaß mit den Kindern, in der Familie? Wann ist alles so unglaublich ernst geworden? Mein Opa hat gern erzählt, welche Streiche er als junger Erwachsener nach dem Krieg anderen gespielt hat. Die Welt war doch damals viel trostloser, die Menschen ärmer und trotzdem konnte er herzhaft lachen. Wann haben wir das Lachen verloren?
Als unsere Tochter im Dezember zu Besuch war, konnte sie über unser Gejammer über die Preise nur lachen. In Israel ist alles viel teurer, die Menschen haben weniger Geld – aber sind viiiiiel großzügiger. Es wird viel mehr gegeben, geteilt, verschenkt.
Versuchen wir doch etwas lockerer zu sein heute, großzügiger und vielleicht haben wir auch etwas mehr Spaß?!
Alles Liebe und sei gesegnet!